Binger verlieren Aufsteiger-Duell: TSV-Führungstreffer setzt der Hassia zu

TSV_Emmelshausen

Erste Tore, erste Punkte auf der einen Seite, dritte Niederlage am Stück auf der anderen: Während der TSV Emmelshausen am vierten Spieltag der Fußball-Oberliga im Aufsteiger-Duell gegen Hassia Bingen einen 3:1 (2:0)-Sieg bejubelte, haderten die Gäste vom Rhein-Nahe-Eck mit ihrer kleinen Ergebnis-Krise

In der 29. Minute. oder noch präziser: nach 299 Saisonminuten – durften die Gastgeber gegen die Hassia erstmals in dieser Spielzeit jubeln. Der erste Emmelshausener Oberliga-Treffer war Chefsache, Kapitän Nils Bast übernahm die „Verantwortung“. Bast schilderte den Moment so: „Die Ecke von Tobi Lenz kam perfekt, ich bin zum richtigen Zeitpunkt eingelaufen und habe den Ball unter die Latte geköpft. Da hat alles gepasst.“ Und weiter: „Nach dem 1:0 hatten wir eine richtig breite Brust.“ Das bekamen die Binger zu spüren. „Das 1:0 war der Schlüsselmoment“, sagte Hassia-Coach Nelson Rodrigues: „Man hat gemerkt, wie uns das Spiel aus der Hand ging.“ Bis zum 0:1 sah Rodrigues seine Hassia einen Tick besser. Eine Chance hatten die Gäste, nach sieben Minuten lenkte TSV-Keeper Jonas Börsch einen Kopfball von Mükerem Serdar über die Latte. „Ich fand uns etwas stärker“, wiederholte Rodrigues: „Beim TSV hatte ich nie das Gefühl, das was passiert. Aber dann kam dieser Eckball.“

Der TSV war nach dem 1:0 wie aufgedreht und legte direkt das 2:0 nach: Der überragende Mittelfeldmann Gerrit Wißfeld klaute der Hassia im Spielaufbau den Ball, leitete zu Eric Peters weiter, der seinen Sturmpartner Tobias Lenz auf die Reise schickte – mit links schlenzte Lenz den Ball alleine vor Hassia-Torsteher Jens Maaß aus zehn Metern ins Eck (37.).

Rodrigues stellte auf zwei Stürmer um und beorderte nach der Pause Axel Neumann neben Serdar in den Angriff. Enis Softic (per Kopf drüber, 57.) und Espen Lautermann (blank stehend in die Wolken, 64.) hatten gute Möglichkeiten, doch das nächste Tor erzielte wieder der TSV. Es war fast eine Kopie des 2:0, denn wieder gewann Wißfeld den Ball, gab ihn an Lenz, der Rechtsaußen Niklas Kasper steil schickte. Kasper bediente Peters, und der traf unter gütiger Mithilfe von Maaß aus 16 Metern zum 3:0 nach 65 Minuten. „Klar war das ein Torwartfehler“, sagte Peters: „Aber unser Trainer hatte die ganze Woche im Training gepredigt: Denkt nicht nach, haut ihn einfach rein. Das habe ich gemacht.“

Den Binger Anschlusstreffer markierte Serdar nach 68 Minuten . Der Hassia fiel trotz viel Ballbesitz aber nichts mehr ein, Trainer Rodrigues vermisste die klare Aktionen – nach dem 1:3 geriet das Gastgeber-Tor nicht mehr in Gefahr.