FC Karbach spielt 2:2 gegen SC Idar-Oberstein

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Es lief die fünfte Minute der Nachspielzeit, als Enrico Köppen den Ball nach einem Traumpass von Leutrim Kabashi mit einer Volleyabnahme im gegnerischen Tor unterbrachte. Es war das 2:2 (0:1) für den FC Karbach in der Oberligapartie gegen den SC 07 Idar-Oberstein. Es war gleichzeitig der Endstand in einem Spiel, das über weite Strecken zum Abgewöhnen war. „Intensiv“, nannte es FCK-Coach Torsten Schmidt mit einem Augenzwinkern.

Wobei von dieser Intensität zumindest von Seiten der Gastgeber in Halbzeit eins nicht viel zu merken war. Irgendwie wirkte das gesamte Karbacher Spiel sehr behäbig, sehr ideenlos und müde. „Die erste Halbzeit war schon schwach, wir haben uns hinten reindrücken lassen und kamen selbst kaum zu Abschlüssen“, fasste David Eberhardt es treffend zusammen. Das Geburtstagskind – der Abwehrrecke wurde 29 Jahre alt – war einer der Lichtblicke im Karbacher Spiel. Er gewann jedes Kopfballduell und blieb auch am Boden oft der Sieger.

Das änderte aber nichts daran, dass die Gäste immer wieder zu Möglichkeiten kamen. Nach 13 Minuten erstmals: Ein Klärungsversuch von Lukas Klappert wurde geblockt, Idar-Obersteins Lucas da Silva kam frei zum Abschluss, setzte den Ball aber neben das Tor. Eine Minute später konnte auch Karbach so etwas wie einen Abschluss verbuchen. Nach einem Freistoß von Sören Klappert verlängerte Eberhardt den Ball auf Gietzen, der den Ball aber nicht richtig traf.

Die nächsten Aktionen gehörten den Gästen. Minute 16: Felix Ruppenthal kam zentral vorm Tor zum Abschluss, feuerte den Ball aber übers Tor. 22. Minute: Andre Thom nahm eine Hereingabe volley, Karbachs Keeper Lukas Schmitt konnte den Ball aber noch zur Ecke lenken. 26. Minute: Nach einer Ecke durch Christian Henn nahm Thom den Ball aus rund 16 Metern direkt, der Schuss wurde allerdings geblockt. 32. Minute: Der gerade eingewechselte Karbacher Tobias Jakobs brachte Ruppenthal mit seiner ersten Aktion im Strafraum zu Fall. Elfmeter. Den verwandelte Alex Do Nascimento zum verdienten 1:0 für die Gäste. 36. Minute: Nach einer Flanke von Dennis Kaucher kam Alex am zweiten Pfosten frei zum Abschluss, setzte den Ball aber daneben. „Wir müssen in der ersten Hälfte eigentlich schon das 2:0 machen“, haderte Idar-Obersteins Ruppenthal. Er nannte die Partie eine „Schlacht auf einem schlechten Platz“.

Bei der Einschätzung wollten ihm weder Schmidt noch sein Trainer Murat Yasar widersprechen. Der holprige und trockene Untergrund mag sicher dazu beigetragen haben, dass schöne Kombinationen nur in Ansätzen zu sehen waren. Das wurde auch nach der Pause nicht besser. Da kam allerdings auch Karbach endlich in der Partie an. Zumindest ein wenig. „Ich habe den Jungs in der Pause ein bisschen was mit auf den Weg gegeben“, sagte Schmidt. Beispielsweise, dass sie höher stehen und mutiger agieren sollen.

Der Qualität des Spiels half es nur wenig, die Partie blieb zerfahren, wurde oft wegen Fouls und Verletzungspausen unterbrochen. „Zeitspiel“ nannten es die Zuschauer. Ein Zeitspiel, das sich später noch zugunsten der Gastgeber auswirken sollte. Die hatten zunächst einmal die erste Chance nach Wiederanpfiff. Durch Michael Kohns, der sich über links durchsetzte, dann aber am Keeper scheiterte (46.). Dann wurde es auf der Gegenseite dreimal brenzlig. Doch Alex vergab aus kurzer Distanz (52.), eine Hereingabe von Lucas fand keinen Abnehmer (58.) und Ruppenthal blieb im Eins-gegen-eins-Duell mit Schmitt der Verlierer (71.). Deswegen haderte Yasar: „Wir haben es versäumt, uns für unser Engagement zu belohnen und machen uns die Dinger dann auch noch mehr oder weniger selbst rein.“

Damit spielte er auf den Ausgleichstreffer in der 83. Minute an: Schlussmann Nico Adami unterlief eine Ecke von Kabashi, sodass Sören Klappert praktisch nur noch ins leere Tor köpfen musste. Die Gäste steckten allerdings nicht auf und erzielten zwei Minuten vor dem regulären Ende den erneuten Führungstreffer: Karbachs Mathias Fischer verlor das Duell gegen Lucas, der den Ball in die Mitte schob, wo Ruppenthal am zweiten Pfosten relativ unbedrängt einschieben konnte. Wegen der vielen Unterbrechungen zeigte der Unparteiische kurz darauf die Nachspielzeit an. Fünf Minuten. Und die nutzten die Gastgeber mit dem späten Ausgleich durch Köppen.

Dumm für den SC, den ein ähnlicher Spielverlauf schon vergangene Woche gegen Saar 05 Saarbrücken den Sieg kostete. Die Parallelen sind jedenfalls frappierend. Auch da trafen Ruppenthal und Alex per Elfmeter zur 2:1-Führung, wobei das 2:1 ebenfalls kurz vor Ende der regulären Spielzeit fiel. Aber hier wie dort brachte der SC den Vorsprung nicht bis zum Schlusspfiff über die Zeit. Ärgerlich, denn so wird die Luft im Abstiegskampf tatsächlich dünner für Murat Yasar und seine Mannschaft. Weil der FV Dudenhofen gewann, beträgt der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz nur noch fünf Punkte.