Karbach verlangt Kaiserslautern II beim 0:3 alles ab

„Negativ war, dass das Tor so früh fiel. Positiv war auch, dass es so früh fiel und wir noch genügend Zeit hatten zu reagieren“, sagte Trainer Torsten Schmidt zum frühen Gegentreffer des FC Karbach im Fußball-Oberligaspiel beim 1. FC Kaiserslautern II. Der frühe Gegentreffer sollte aber nicht der einzige bleiben, die Karbacher verloren am Ende 0:3, wobei die Gäste den Kaiserslauternern alles abverlangten.

Schmidts Mannschaft schien in den Anfangsminuten gedanklich noch in der Kabine zu sein, da lag der Ball schon im Netz. Die Lauterer schalteten schnell um, die Karbacher Viererkette war unsortiert. Torhüter Lukas Schmitt wurde bei Niclas Shipnoskis Abschluss zudem auf dem falschen Fuß erwischt (4.). Die Karbacher berappelten sich aber schnell und bekamen immer besser Zugriff auf das gutklassige und temporeiche Spiel. „Wir haben dann bis zur Pause das Zepter in die Hand genommen“, wusste Schmidt. Es dauerte jedoch bis zur 28. Minute, ehe mit Mathias Fischer der erste Karbacher gefährlich im Lauterer Strafraum auftauchte. Der Linksverteidiger wurde im letzten Moment noch geblockt. Ein Weitschuss von Sören Klappert ging nur knapp vorbei (31.). Hochkarätiger dann die Möglichkeit von Tobias Jakobs. Seine Direktabnahme war gut, jedoch zu mittig auf das Lauterer Tor platziert (35.).

Auch nach dem Wechsel hatten die Hunsrücker die erste Möglichkeit. Jakobs schoss aus der Drehung. doch Lauterns Torhüter Weyand konnte parieren (50.). Dann schaltete die junge Betze- Elf einen Gang hoch. Die Angriffe wurden druckvoller. Karbach hatte jetzt echte Probleme. Dylan Esmels Einzelleistung mit finalem 25-Meter-Weitschuß entschärfte Schmitt in Klasse-Manier (55.). Als der Lauterer Druck wieder etwas nachließ, die spielentscheidende Szene in der 62. Minute: Selim Denguezli wurde im Spielaufbau hart vom Lauterer Mohamed Morabet attackiert. Nach der Balleroberung war das Zentrum der Karbacher völlig offen. Schmitt war gegen den durchgebrochenen FCK-Spieler Morabet chancenlos beim 0:2. „Ob Foul oder nicht. Wir dürfen da auf der Sechserposition bei Ballverlust nicht völlig ohne Absicherung sein“, bewertete Schmidt die Schlüsselszene.

Die Karbacher gaben sich aber noch lange nicht geschlagen. Das Spiel war jetzt absolut sehenswert, ging mit schnellen Umschaltbewegungen auf beiden Seiten hin und her. Leo Kabashi traf für die Gäste nur die Latte (63.). Kurze Zeit später verbuchte der Tabellenzehnte gar eine Dreifachchance. Der eingewechselte Enrico Köppen verpasste zunächst knapp. Dann wurden Oscar Feilberg und Michael Kohns im allerletzten Moment beim Abschluss gestört oder geblockt. Karbach stand jetzt kurz vorm Anschlusstreffer. Dann kam bei einem Lauterer Konter der K.o.: Erneut war es Jungprofi Shipnoski, der mit seinem zweiten Treffer das 3:0 (70.) besorgte.

„Wir haben die zweite Hälfte lange offen gehalten und waren mehrmals kurz vorm Anschlusstreffer. Am Ende gaben die Lauterer Abgeklärtheit vor dem Tor und die individuelle Klasse den Ausschlag. Dennoch hatten wir erstaunlich viele Möglichkeiten“, fand Schmidt. FCK-II-Trainer Hans Werner Moser lobte die Karbacher. „Unser Sieg war verdient, aber es war ein viel engeres Spiel, als es das Ergebnis vermuten lässt. Karbach hat uns wie im Hinspiel alles abverlangt.“