Rot-Weiß gastiert am Sonntag beim Schlusslicht TSV Emmelshausen

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Rot-Weiß gastiert am Sonntag beim Schlusslicht

Schlusslicht gegen Spitzenreiter – so lautet die bildliche Beschreibung, wenn am siebten Spieltag der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar der TSV Emmelshausen am Sonntag um 16.30 Uhr auf die TuS Rot-Weiß Koblenz trifft. Da drängt sich für vermeintliche Experten wohl nur die Frage auf, wie hoch denn der Sieg des Branchenführers ausfällt, der zurzeit 15 Punkte mehr und eine um 28 Treffer bessere Tordifferenz als der Aufsteiger vorzuweisen hat.

Wer den Koblenzer Fatih Cift ein wenig kennt, kann sich schon lebhaft vorstellen, wie seine Antwort auf eine derart formulierte Prognose lautet: „Ich bin immer vorsichtig, wir werden den Gegner gewiss nicht auf die leichte Schulter nehmen. In solchen Spielen kannst du nur verlieren. Das habe ich mal mit der U23 der TuS Koblenz am eigenen Leib zu spüren bekommen, als wir nach sieben Siegen in Serie mit Unterstützung der ersten Mannschaft in Mendig gespielt haben – und mit 0:2 verloren.“ Verhältnismäßig lange Anreise an einem Wochentag, beruflich und verletzungsbedingte Ausfälle, schlechte Wetterverhältnisse – allen Widrigkeiten zum Trotz kamen die Rot-Weißen beim Nachholspiel am Mittwochabend in Wiesbach (2:0) ganz gut und vor allem schnell in die Spur. Auf die beiden Tore von Derrick Miles – jeweils aus zentraler Position und rund 20 Meter Entfernung erzielt – musste der Tabellenführer allerdings eine Weile (50., 78.) warten.

Neben den Punkten 16 bis 18 gewann Cift auch die wohltuende Erkenntnis, dass selbst der zweite Anzug ordentlich sitzt. Wobei er die zuvor erfolgreiche Formation ja lediglich auf zwei Positionen umbesetzen musste: Marcello Dreher Reinhardt verteidigte für den beruflich verhinderten Dominik Schmidt im Zentrum der Abwehr neben Kapitän Thilo Kraemer. Armin Jusufi ging für den am Knie verletzten Marvin Sauerborn ins Mittelfeld. War das 2:0 ein gutes Argument für einen neuerlichen Einsatz der beiden am Sonntag auf dem Emmelshausener Kunstrasenplatz an der Hunsrückhöhenstraße? „Armin Jusufi hat sich wieder leicht am Oberschenkel verletzt“, stellt der Trainer zumindest die Nominierung seiner Nummer 39 infrage.

Dass Dreher Reinhardt den etablierten Schmidt auf Dauer aus der Viererabwehrkette verdrängt, davon ist eher nicht auszugehen. Spekulationen, an denen sich Cift aber nicht beteiligen mag: „Abwarten. Ich mache mir noch meine Gedanken.“ Weiterhin ausfallen werden auf jeden Fall Marvin Sauerborn und Emre Altin. Neuzugang Nicola Meloni, vom FC Dorndorf gekommen, saß zwar in Wiesbach schon auf der Bank, war aber im Endeffekt der einzige Feldspieler im 16er-Kader der Koblenzer, der nicht aufs Feld durfte.

Er und auch Yoel Yilma (von der U19 des SV Wehen Wiesbaden) sind am Sonntag in Emmelshausen dabei. Ganz im Gegensatz zu Jeremy Heyer, der Angreifer hat seine Abschied verkündet. Cift: „Er war unzufrieden mit der Situation und hat sich das bestimmt anders vorgestellt. Aber wir sind hier nun mal in der Oberliga und nicht in der Rheinlandliga. Damit will ich mich jetzt nicht weiter beschäftigen, der Blick geht nach vorne.“

Der TSV, Meister der höchsten Verbandsklasse im Rheinland, kommt nur schleppend in neuer Umgebung auf Touren. Fünf zum Teil recht deutlichen Niederlagen steht nur ein einziger Sieg (3:1 gegen Hassia Bingen) gegenüber. Julian Feit, 24 Jahre junger Trainer des Klassenneulings, sagte nach dem jüngsten 1:3 beim FV Engers, das erst in den Schlussminuten zustande kam: „Es ist schade, dass wir uns da nicht haben belohnen können.“

Was aber beim jüngsten Auftritt vor eigenem Publikum nicht annähernd in Frage kam, beim 0:6 gegen den 1. FC Kaiserslautern II wurde der TSV förmlich an die Wand gespielt. Emmelshausens Teammanager Winfried Hawig rückt die Verhältnisse gerade: „Das war ein Klassenunterschied. Die Niederlage in Engers ist aber viel grausamer.“ Auch die Koblenzer kennen rein sportlich keine Gnade, da droht dem Tabellenletzten eine neuerliche Null-Punkte-Nummer.